HubSpot baut um: Was bedeutet das für Ihr CRM?
Anfang Oktober hat HubSpot angekündigt, rund 660 Stellen zu streichen, etwa sieben Prozent der Belegschaft. Wer HubSpot im eigenen Unternehmen einsetzt und das liest, fragt sich womöglich, ob er sich Sorgen machen muss. Unsere Einschätzung vorweg: Nein. Es lohnt sich aber, genauer hinzusehen, denn hinter dem Abbau steht ein Umbau, der für Sie als Kunde interessanter ist als die Zahl selbst.
Was HubSpot angekündigt hat
CEO Yamini Rangan hat die Entscheidung am 6. Oktober in einem Schreiben an die Belegschaft mitgeteilt. Der Abbau soll bis Ende März 2027 weitgehend abgeschlossen sein. HubSpot hat gleichzeitig seine Prognose für das laufende Jahr bestätigt, und der Umsatz ist im zweiten Quartal um rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Ein Unternehmen in Schieflage sieht anders aus.
Rangan betont, der Abbau sei weder eine Folge von KI-Einsparungen noch ein reines Sparprogramm. Er sei das Ergebnis einer neuen Organisation, nicht ihr Ausgangspunkt. Bemerkenswert ist ein Satz aus ihrem Schreiben: Kunden denken nicht in Hubs und Funktionen. Bisher waren die Produktteams nach Marketing Hub, Sales Hub und Service Hub aufgeteilt. Künftig richten sie sich nach vier Zielen der Kunden aus: Nachfrage erzeugen, Deals gewinnen, Kunden begeistern und Wachstum skalieren. Jedes Team ist für den gesamten Weg des Kunden verantwortlich.
Was sich für Sie als Kunde ändert
Vorerst nichts. Ihr Portal läuft weiter, Ihre Daten bleiben, wo sie sind, und zu Preisen oder Paketen sagt die Ankündigung nichts. Offen ist allerdings, welche Bereiche und Länder der Abbau trifft. HubSpot selbst nennt in seiner Mitteilung an die Börsenaufsicht das Risiko, dass Kundenbeziehungen darunter leiden könnten. Wer bei HubSpot einen festen Ansprechpartner hat, sollte also nicht überrascht sein, wenn sich in den kommenden Monaten ein neuer Name meldet.
Beobachten sollten Sie außerdem die Preise für die KI-Funktionen. HubSpot probiert bei seinen KI-Agenten bereits Modelle aus, bei denen nach Ergebnis abgerechnet wird. Ob und wann das auf die übrigen Pakete übergreift, ist offen.
Was hinter dem Umbau steckt
Der Satz, dass Kunden nicht in Hubs denken, beschreibt ziemlich genau, was wir seit Jahren in Projekten erleben. Im Mittelstand sind Marketing, Vertrieb und Service selten sauber getrennt. Ein Interessent lädt ein Whitepaper herunter, wird vom Vertrieb angerufen, kauft und meldet sich später mit einer Frage beim Service. Für ihn ist das eine einzige Geschichte. Ein CRM, das ihn an jeder Station als neuen Fall behandelt, hilft dabei niemandem.
Dass HubSpot seine eigene Entwicklung nun entlang dieser Geschichte ausrichtet, dürfte die Software in den nächsten Jahren deutlich verändern. Wir rechnen mit mehr KI-Agenten, die über die bisherigen Hub-Grenzen hinweg arbeiten, also etwa einen Lead bewerten, den passenden Vertriebler informieren und den Termin gleich vorschlagen.
Nur arbeitet ein solcher Agent mit den Daten, die in Ihrem System stehen. Liegen dort Deals ohne nächsten Schritt, deren Abschlussdatum längst vorbei ist, oder verlorene Deals ohne Angabe eines Grundes, dann zieht auch die beste KI daraus die falschen Schlüsse, nur eben schneller. Wie Sie das aufräumen, haben wir in unseren Artikeln zur bereinigten Pipeline und zum Verlustgrund als Pflichtfeld beschrieben.
Was Sie jetzt prüfen sollten
Zunächst lohnt ein Blick in den Vertrag: Wann verlängert sich Ihr HubSpot-Abonnement, und mit welchen Paketen? Prüfen Sie vor der Verlängerung, ob Sie alles, wofür Sie bezahlen, auch tatsächlich nutzen. Das gilt unabhängig vom Umbau, wird aber gern vergessen, weil die Verlängerung automatisch läuft.
Dann die Frage nach den Ansprechpartnern. Notieren Sie sich, wer bei HubSpot oder bei Ihrem Partner für Sie zuständig ist, und fragen Sie bei Gelegenheit nach, ob das so bleibt.
Und schließlich die Frage, die wir unseren Kunden am häufigsten stellen: Wer kümmert sich in Ihrem Unternehmen eigentlich um HubSpot? Gemeint ist jemand, der darauf achtet, dass das System zu Ihren Abläufen passt und das Team es nutzt. Wer nebenbei Zugänge anlegt, zählt da nicht. In vielen Unternehmen lautet die ehrliche Antwort: niemand so richtig.
Fazit
Der Stellenabbau bei HubSpot ist kein Grund, das System zu wechseln. Der Umbau dahinter zeigt aber, wohin die Reise geht: Die Software wird mächtiger und übernimmt mit KI mehr Arbeit. Den Engpass beseitigt das nicht. Der liegt in den meisten Unternehmen bei der Nutzung im eigenen Haus, an Funktionen fehlt es selten. Wenn Sie wissen möchten, wie gut Ihr HubSpot auf diese Entwicklung vorbereitet ist: Im CRM-Audit prüfen wir Ihr System anhand von 186 Prüfpunkten, und Sie erhalten eine klare Liste, was zu tun ist. Für ein erstes Gespräch erreichen Sie uns über die Kontaktseite.
Quellen: CMSWire, it-daily, NBC Boston.
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